Hochzeitstorten – Traditionen weltweit

 

So unterschiedlich wie die Kontinente und einzelnen Länder selbst sind natürlich auch die Bräuche, die auf einer Hochzeitsfeier gewohnheitsmäßig Verwendung finden. Das gilt allerdings nicht nur für Spiele, Kleidung und Location, sondern auch für die verschiedenen Formen der Hochzeitstorte.

In der westlichen Welt gelten Hochzeitstorten als ein Zeichen für Ehrlichkeit, einen zärtlichen und süßen Umgang des Brautpaares miteinander sowie eine glückliche Zukunft. Die Hochzeitstorte, wie man sie hierzulande kennt, ist auch in vielen anderen westlichen Ländern weit verbreitet. Zu erkennen ist diese an ihren Stufen und der meist weißen Optik. Hinzu kommen verschiedene Verzierungen wie Früchte und Blumen. Nicht zu vergessen natürlich das altbekannte Brautpaar, das in Form von Figuren die Spitze der Hochzeitstorte bildet.

Andere Kontinente pflegen andere Traditionen und Bräuche, die sich auch in der Optik der Hochzeitstorte widerspiegeln.

Die USA

In den USA muss eine Torte prunkvoll, riesig und vor allen Dingen kitschig aussehen. Je größer das Gebilde aus Sahne und Verzierungen ist, desto besser. Die Pyramidenform, wie wir sie hierzulande kennen, wird auch dort gerne genutzt – allerdings in einem Ausmaß, welches bei uns kaum vorstellbar wäre.

Geschmacklich erinnern Hochzeitstorten in den Vereinigten Staaten durchaus an deutsche Kreationen, in welchen Früchte, Schokolade und andere süße Verzierungen kaum fehlen dürfen.

Jedoch ist die Süße der Torten in den USA ebenso wenig zu übertreffen, wie die üppigen Überzüge aus Marzipan, Zucker und Sahne.

Das Brautpaar schneidet auch in den USA die Torte gemeinsam an, um sich dann das erste Stück gegenseitig in den Mund zu schieben. An dieser Stelle wird die Gemeinschaft des Paares symbolisiert, während die Eltern des Brautpaares ein wenig in den Hintergrund rücken.

 

Fotos: Chelsea Nicole Photography, Easy Dreamer

 

Italien

Das „Zuppa inglese“, welches traditionell in Italien verzehrt wird, ist optisch eher mit einem typisch italienischen Tiramisu zu vergleichen und erinnert kaum an Hochzeitstorten, wie sie hierzulande üblich sind. Auch bei dieser ungewöhnlichen Kreation ist Biskuit der Hauptbestandteil, auf dem Vanille- und Schokosoßen ihren festen Platz finden. Üblicherweise mischen Italiener diese Soßenkreation mit Sambuca oder auch mit Alkermes. Eine „Zuppa inglese“ wird mit frischen und äußerst schmackhaften Früchten gefüllt und anschließend mit einer Glasur aus Zucker überzogen. Blüten und andere Verzierungen dürfen an dieser Stelle natürlich nicht fehlen.

Griechenland

Das Brautpaar in griechischen Gefilden symbolisiert seine Verbundenheit durch eine Mischung aus Quitten, Sesamsamen und Honig. Diese drei Zutaten sind für eine griechische Hochzeitstorte ein absolutes Muss. Es gibt jedoch noch eine Alternative – das Hochzeitsbrot Griechenlands. Statt der typischen Hochzeitstorte verzehrt die Hochzeitsgesellschaft ein Sauerteiggebäck, welches ähnlich wie in Deutschland mit Blüten verziert wird.

Großbritanien

Da sich Großbritannien in drei Länder teilt, finden sich hier auch unterschiedliche Tortenkreationen. Typisch für England ist der locker-luftige Kuchen, der gleichzeitig äußerst saftig ist. Grund dafür sind nicht zuletzt die in Cognac getränkten Obstsorten, wie zum Beispiel Pflaumen, Datteln und Rosinen.

Alternativ nutzen Engländer gerne Orangenschalenstreifen als Füllung für ihren Hochzeitskuchen. Eine Hülle aus Buttercreme oder alternativ aus Marzipan macht diese ganz spezielle englische Hochzeitstorte zu einem perfekten Geschmackserlebnis für britische Gaumen.

Die Schotten bevorzugen indes einen höheren Alkoholgehalt in ihrer Hochzeitstorte. Jede Tortenebene wird mit Weinbrand oder Scotch Whisky eingerieben. Geschmacklich ist eine schottische Hochzeitstorte ein wirklich Highlight, denn gerade die Mischung aus Zucker, Marzipan und Alkohol macht diese Kreation unvergesslich lecker.

Irische Torten sind fast schon mit Hochzeitstorten in Österreich zu vergleichen. Einziger Unterschied ist der irische Whisky, in welchem die Früchte meist getränkt werden.

Fotos: Jose Villa

Frankreich

Die Hochzeitstorte, welche in Frankreich am häufigsten aufgetischt wird, trägt den Namen „Croque en bouche“. Eine Pyramide aus Windbeuteln, welche mit einer karamellisierten Creme gefüllt werden, wird der Hochzeitsgesellschaft auf wunderbare Weise präsentiert. Vor den Gästen hat selbstverständlich das Brautpaar selbst den Vorrang und verzehrt die ersten beiden Windbeutel. Typische Füllungen für die Windbeutel-Pyramide sind neben Schokolade und Vanille übrigens alkoholisierte Cremes.

Deutschland

Buttercreme oder Sahne sind ein absolutes Muss für jede deutsche Hochzeitstorte – zumindest, wenn es nach alter Tradition geht. Süße Köstlichkeiten, wie Nüsse, Nougat oder Früchte dürfen auf keinen Fall fehlen und runden das Geschmackserlebnis erst ab. Die typische Umhüllung einer Hochzeitstorte in Deutschland besteht aus feinstem Marzipan. Zu guter Letzt wird die Torte mit Blumen, Obst oder anderen wirklichen Hinguckern verziert.

 

 

Norwegen

Norwegen verzichtet ganz auf die Hochzeitstorte. Hier wird der Hochzeitsgesellschaft stattdessen das „Brudlaupskling“, das leckere Hochzeitsbrot, serviert. Diese Tradition ist einst entstanden, als Weizen noch rar war – eine schlechte Witterung sowie Fehlernten waren die Gründe. Zu dieser Zeit war das Hochzeitsbrot entsprechend teuer und ein ganz besonderes Geschenk an das Brautpaar. Belegt wird diese norwegische Köstlichkeit mit Käse belegt. Darauf befindet sich eine Streichschicht aus Sirup. Zusammengeklappt können sich die Gäste das beliebte Hochzeitsbrot schmecken lassen.

Fotos: Miranda Laine, Ophelia Photography

Island

„Kransakaka“ wird die Hochzeitstorte in Island genannt. Diese Tortenkreation aus Schokolade und anderen Süßigkeiten erinnert ein wenig an dänische Hochzeitstorten. Die pyramidenförmige Mandelteighülle sorgt für den krönenden Abschluss der Torte.

Dänemark

Neben frischem Obst, süßen Köstlichkeiten und Mandeln findet sogar Fruchteis Verwendung in dänischen Hochzeitstorten. Diese Füllungen sorgen für ein wirklich erfrischendes Geschmackserlebnis. Überzüge aus Mandelteig oder Marzipan sind typisch dänisch. Natürlich wird auch in diesem Land keineswegs auf eine umfangreiche und prunkvolle Dekoration verzichtet – ebenso wenig, wie auf Hochzeitsfiguren in Form des Brautpaares.

 

 

Litauen

Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum – das ist die litauische Hochzeitstorte. In Form des Tannenbaums und verziert mit Kräutern sowie Blüten, hebt sich die Torte in Litauen von all dem ab, was man sonst unter dem Begriff Hochzeitstorte erwarten würde.

Ukraine

Auch in der Ukraine wird statt einer Hochzeitstorte ein Hochzeitsbrot serviert. Hier trägt es den Namen „Korovai“. Traditionell besiegeln die Familien beider Brautleute mit dem Verzehr ihre neue Zusammengehörigkeit.

Japan

Dekorativ sind Hochzeitstorten in Japan wirklich. Leider kann man diese nicht essen, denn es handelt sich um Attrappen aus verschiedenen Materialen, wie zum Beispiel Styropor. Typisch für die künstlerischen Werke Japans sind zusätzliche Special Effects. Trotz alledem bekommen natürlich auch die Japaner eine Hochzeitstorte zum Essen auf den Tisch – allerdings eine eher unscheinbare Variante.

Korea

Koreaner lieben Hochzeitstorten mit einem Boden aus Kochreis und Gewürzen. Die schaumige Creme und bescheidene Verzierungen zeigen klar, dass man hier nicht auf Süßes steht.

 

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