Heiraten in Schweden

 

Wenn ein Paar sich für eine Hochzeit in Schweden entscheidet, gibt es einiges, was es zu beachten gilt. Zunächst einmal stellt sich die ganz grundsätzliche Frage, ob man lieber im Sommer oder im Winter heiraten möchte. Beide Jahreszeiten haben ohne Zweifel ihren Reiz und können in Schweden besonders intensiv erlebt werden.

Je nachdem, worauf die Entscheidung fällt, sollte das Reiseziel gewählt werden. Im nördlichen Teil des Landes sind die Winter besonders schneereich, was bei Freunden unberührter Natur sicherlich für ein unvergessliches Erlebnis sorgen wird. In der südlichen Landeshälfte ist der Sommer dagegen länger und wird in der Mitte des Jahres, um den 24. Juni, mit einem rauschenden Fest gefeiert.

Grundsätzlich ist Schweden ein Land, in dem vor allem Naturliebhaber auf ihre Kosten kommen. Trotz seiner relativ dünnen Besiedelung (die Einwohnerzahl beträgt in etwa neun Millionen Menschen) ist Schweden eines der größten Länder Europas.

Dominiert wird die Landschaft von zahlreichen Wäldern und Seen – über die Hälfte der Fläche des Landes ist mit Wald bedeckt. An Nord- und Ostseeküste gibt es unzählige kleine Inseln, auf denen der geneigte Urlauber seine wohlverdiente Ruhe genießen kann.

 

 

Hat man sich schließlich für den genauen Ort für die Hochzeit entschieden (meist fällt die Wahl auf eine der großen Städte im Süden; Stockholm, Göteborg oder Malmö), sollte man dafür sorgen, dass man in den Besitz der nötigen Papiere gelangt.

Dabei spielt es keine Rolle, ob man sich für eine bürgerliche oder kirchliche Hochzeit entscheidet – beide sind rechtlich gleich gestellt. Hat man keinen festen Wohnsitz in Schweden, so muss ein Aufgebot bestellt werden. Des Weiteren sind verschiedene Dokumente bei der örtlichen Steuerverwaltung vorzulegen (die jeweilige Anschrift ist zu finden unter www.skatteverket.se).

 

Diese Dokumente sind:

  • der Reisepass,

  • eine Meldebescheinigung,

  • eine internationale Geburtsurkunde und

  • ein internationales Ehefähigkeitszeugnis

Überdies müssen zwei Trauzeugen gemeinsam mit dem Brautpaar vor Ort sein. Zusätzlich benötigt man einen schriftlichen Auszug aus dem österreichischen BGB für die Hochzeit in Schweden.

Dieser muss ins Schwedische übersetzt werden und ist in dieser Form beim Außenministerium erhältlich. Es empfiehlt sich, das Schriftstück persönlich abzuholen und bar zu bezahlen. Auf diese Weise kann die Bearbeitungszeit in der Regel auf zwei bis drei Tage reduziert werden.

Sobald alle Papiere geprüft wurden, erstellt die Steuerbehörde eine Aufgebotsbescheinigung. Dies geschieht oft noch am selben Tag. Die Zuständigkeit ergibt sich aus dem jeweiligen Aufenthaltsort bzw. daraus, für welchen Ort man sich letztendlich entschieden hat für die Ausrichtung der Hochzeit.

Die Trauung selbst wird in einer Kirche, im Rathaus oder vor dem Amtsgericht vollzogen. Unerlässlich ist die Anwesenheit der beiden Trauzeugen, ohne die die Hochzeit nicht stattfinden kann. Ein Dolmetscher ist dabei nicht unbedingt nötig, da die Eheschließung auch auf deutsch erfolgen kann, wenn dies gewünscht wird.

Weiterhin sollte unbedingt beachtet werden, dass man keine Heiratsurkunde erhält, wenn man keinen Wohnsitz in Schweden hat. Man bekommt in diesem Fall lediglich einen schwedischen Trauschein. Dieser muss vorgelegt werden, wenn man möchte, dass die Eheschließung auch im Heimatland anerkannt wird. Auch empfiehlt es sich, eine beglaubigte Kopie der Aufgebotsbescheinigung anfertigen zu lassen. Diese kann vom jeweiligen trauenden Beamten mit Ergänzungen versehen werden.

Möchte ein Paar in Schweden kirchlich heiraten, ist dies allerdings an eine Voraussetzung geknüpft: einer der Partner muss der schwedischen oder einer anderen nordischen Kirche angehören. Ist dies nicht der Fall, kann immer noch ein Antrag bei der jeweiligen Kirchengemeinde gestellt werden, damit eine Ausnahme gemacht wird. Auch die Freikirchen, von denen es in Schweden etwa 40 gibt, haben das Recht, Trauungen durchzuführen. Besitzt einer der Partner die schwedische Staatsangehörigkeit, so ist es möglich, dass schwedische Botschaften oder Kirchengemeinden die Trauung auch im Ausland durchführen.

 

 

 

 

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