Heirat im Ausland – Ehefähigkeitszeugnis

 

Bei einer Eheschließung im Ausland kann die dort zuständige Heiratsbehörde von Euch ein Ehefähigkeitszeugnis verlangen. Durch das Ehefähigkeitszeugnis wird Euch von Eurem zuständigen Standesamt in Österreich bescheinigt, dass der Schließung einer Ehe keine Hindernisse im Weg stehen.

Hinweis: Durch Abkommen mit Deutschland, Italien und der Schweiz kann das ausländische Standesamt das Ehefähigkeitszeugnis auch direkt von dem für Euch zuständigen Standesamt in Österreich einholen. Erkundigt Euch bei Eurem Standesamt, welche Unterlagen in Ihrem individuellen Fall benötigt werden.

TIPP: Kontaktiert in jedem Fall vor der geplanten Eheschließung Ihr zuständiges Standesamt in Österreich, beispielsweise um die Namensführung in der Ehe zu klären.

 

 

Voraussetzungen

Um heiraten zu können, müsst Ihr ehefähig sein. Auch darf kein Eheverbot für Euch vorliegen.

 

Fristen

Die Ausstellung eines Ehefähigkeitszeugnisses sollte frühestens sechs Monate vor dem gewünschten Trauungstermin beantragt werden, da es nur maximal sechs Monate gültig ist.

 

Zuständige Stelle

Die Personenstandsbehörde, die für den Wohnsitz oder Aufenthalt der Verlobten/des Verlobten örtlich zuständig ist:

 
  • Das Standesamt oder der Standesamtsverband der Gemeinde

  • In Statutarstädten: das Standesamt des Magistrats

  • In Wien: die Standesämter in Wien

  • Besteht kein Wohnsitz oder Aufenthalt im Inland, ist das Standesamt des letzten Wohnsitzes im Inland zuständig. In allen anderen Fällen ist das Standesamt Wien – Innere Stadt zuständig.

 

Verfahrensablauf

Ihr müsst beim zuständigen Standesamt einen Antrag auf Ausstellung eines Ehefähigkeitszeugnisses stellen. Wie bei einer Anmeldung zur Eheschließung müsst Ihr persönlich erscheinen. Der Standesbeamte oder die Standesbeamtin ermittelt in einer mündlichen Befragung und anhand der vorzulegenden Urkunden und Nachweise

  • die rechtliche Ehefähigkeit und

  • etwaige Eheverbote.

 

Es wird dann eine Niederschrift über die Ermittlung der Ehefähigkeit angefertigt. Nach Beendigung des Ermittlungsverfahrens wird Euch von der Standesbeamtin/vom Standesbeamten ein Ehefähigkeitszeugnis ausgestellt.

 

 

Erforderliche Unterlagen

 

Wenn Ihr Österreicherin/Österreicher sowie ledig und voll geschäftsfähig sind:

  • Amtlicher Lichtbildausweis

  • Abschrift aus dem Geburtenbuch, deren Ausstellung nicht länger als sechs Monate zurückliegt, oder eine der Abschrift entsprechenden Urkunde
Hinweis: Bei Geburtsdatum vor dem 1.1.1939 erkundigt Euch bitte bei der zuständigen Stelle.

  • Staatsbürgerschaftsnachweis

  • Bestätigung der Meldung oder Nachweis des Aufenthaltes (z.B. Hotelbestätigung)

  • Eventuell urkundlicher Nachweis akademischer Grad. Hinweis: Besitzen beide Verlobten die österreichische Staatsbürgerschaft, können sie sich auch ein gemeinsames Ehefähigkeitszeugnis ausstellen lassen. Wenn Ihr bereits verheiratet waren: zusätzlich

  • Heiratsurkunde/n aller früheren Ehen

  • Nachweis der Aufhebung, Nichtigerklärung oder Scheidung der früheren Ehe 
(Beschluss oder Urteil mit gültiger Bestätigung der Rechtskraft – Rechtskraftstempel!)

  • Sterbeurkunde der Ehepartnerin/des Ehepartners

 

Wenn Ihr beschränkt geschäftsfähig oder nicht ehemündig sind: zusätzlich

  • bei 16- bis 18-Jährigen: Ehemündigkeitserklärung des Gerichts 
(mit gültiger Bestätigung der Rechtskraft – Rechtskraftstempel!) und Zustimmung der Obsorgeberechtigten

  • bei Bestellung einer Sachwalterin/eines Sachwalters: deren/dessen Einwilligung oder entsprechender Gerichtsbeschluss

 

Wenn Ihr bei der Anmeldung des Aufgebots nicht anwesend sind:

  • zusätzlich Formular „Erklärung zur Ermittlung der Ehefähigkeit“

 
 

Hinweis: Welche Dokumente bei Vorliegen einer ausländischen Staatsangehörigkeit zur Ausstellung eines Ehefähigkeitszeugnisses konkret benötigt werden, erfahrt Ihr beim zuständigen Standesamt.

 

 

Rechtsgrundlagen

  • Ehegesetz (EheG)

  • Personenstandsgesetz (PStG)
  • Personenstandsverordnung (PStV)

 
 

Tipp: Teilweise wird verlangt, dass Dokumente von einem amtlich zugelassenen Dolmetscher in die jeweilige Landessprache übersetzt und anschließend von einem Notar beglaubigt werden.

 

 

 


 

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