Flitterwochen – St. Lucia

 

 

Der nördliche Teil der kleinen Antillen hat den klingenden Namen „Inseln unter dem Winde“. Dort, zwischen St. Vincent, Martinique und Barbados liegt die malerische Insel St. Lucia. Die Insel ist 20 Kilometer breit und 42 Kilometer lang. Die Form ihrer 158 Kilometer langen Küstenlinie ähnelt der einer Avocado oder der einer Mango. Franzosen und Engländer haben St. Lucia „die schöne Helena der Westindies“ getauft. Beide Länder hatten einen großen Einfluss auf die Geschichte des Eilands.

Mehr als ein dutzend Mal wechselten die Rechte an St. Lucia zwischen den Nationen, bis schließlich der Pariser Frieden im Jahr 1815 die Zuteilung St. Lucias an England erklärte. Die Insel ist noch immer ein Mitglied des Commonwealth, obgleich sie seit dem Jahr 1979 ihre Unabhängigkeit erklärt hat. St. Lucia hat viele reizvolle Sehenswürdigkeiten. Interessant ist ein Besuch der Inselhauptstadt Castries oder eine Rundfahrt über die kleine Insel.

Im Südwesten von St. Lucia, in der Nähe der Stadt Soufriere, befindet sich beispielsweise das Piton-Naturschutzgebiet. Das Schutzgebiet nimmt eine Fläche von über 3000 Hektar ein und gilt als Attraktion.

 

 

 

Schon von weitem sind die zwei kegelförmigen Gipfel des Gros Piton (770 Meter hoch) und Petit Piton (743 Meter hoch) zu sehen. Die Pitons sind inaktive Vulkane mit enormer Höhe. Sie sind von dichtem Regenwald gesäumt, in dem tropische Vögel zwischen Riesenfarnen und wilden Orchideen umherfliegen.

Die Insel mit ihrem Naturschutzgebiet ist Heimat vieler Tiere und tropischer Vögel. Auch der St. Lucia Papagei und andere gefährdete Arten leben in den Wäldern des Piton-Gebietes. Das Schutzgebiet wird lediglich von kleinen Obstplantagen und landwirtschaftlichen Grundstücken unterbrochen, auf denen Kokosnüsse, Bananen, Papayas und Mangos angebaut werden.

Als Verbindung der Gebiete dient ein Bergrücken mit atemberaubender Aussicht. Außerdem wurden in diesem Bereich das Solfatarenfeld mit seinen heißen Quellen und Fumarolen sowie das angrenzende Meeresgebiet unter Naturschutz gestellt. Bis zu dem Hurrikan Lenny im Jahr 1999 besiedelten Korallen fast 60 Prozent des geschützten Meeresgrundes.

Verbote des Fischfangs und andere Maßnahmen haben jedoch zu einer deutlichen Erholung der Gewässer geführt, sodass sie heute wieder zu den artenreichsten und vielfältigsten Zonen im karibischen Meer zählen. Der Schriftsteller Derek Walcott, der im Jahr 1992 den Nobelpreis für Literatur empfing, wurde auf St. Lucia geboren. Er nennt das Piton-Gebiet liebevoll den „Busen der Karibik“.

 

 

 

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