Flitterwochen – Frankreich

 

 

 

Frankreich verdankt seinen Status als meistbesuchtes Land der Welt wohl seinen beeindruckenden Landschaften, dem reichen kulturellen Erbe und seinem Ruf als Oase guter Lebensart. Überall in Frankreich finden Besucher reizende Dörfer und Städte, die mit reichhaltigen architektonischen Schätzen aufwarten und durch verheißungsvolle Gegenden bestechen.

Einklang ist das Schlüsselwort: Atlantikküste, Ebenen, Hügelland und Bergmassive ergänzen sich perfekt von West nach Ost. Die meisten Besucher zählt die Cote d’Azur, dicht gefolgt von den Alpen, den Pyrenäen und Korsika, der „Ile de Beaute“.

Düfte und Farben, strahlende Landschaften, eigentümliche Dörfer (Les Baux-de-Provence, Gordes) mit bunten Märkten, Sommerfestivals (Aixen-Provence, Avignon, Orange), die Naturparks der Camargue, im Luberon und im Mercantour oder die Verdonschlucht lassen das Hinterland wie die Provence der Küste in nichts nachstehen.

Jedes Besucherziel Frankreichs bietet mehr als einen Anlaufpunkt, der jeweils eng mit der Region verknüpft ist, wie etwa die vielen Weinstraßen oder Strecken durch die berühmtesten Weinanbaugebiete (Bordeaux, Elsass, Bourgogne, Champagne). Daneben hat jede der rund 365 Käsesorten eine Kultstätte, etwa Roquefort-sur-Soulzon im Aveyron.

 

 

Die französischen Gebirge bestechen durch ihre Vielfalt. Die Alpen und die Pyrenäen stehen bei den Besuchern sowohl im Sommer als auch im Winter an erster Stelle.

In den Nordalpen startet man von den Nationalparks Vanoise und Vercors, vom Lac d’Annecy oder vom Lac de Bourget aus zu Wanderungen in die grandiose Landschaft. Der Star ist der Montblanc, das bevorzugte Ziel für Bergwanderer im Sommer.

Im Winter tummeln sich Skifahrer auf den Pisten von Haute-Savoie (Le Grand-Bornand, Megeve, Sallanches) und Savoie (Courchevel, La Plagne, Les Arcs,Tignes, Val d’Isere).

Der Ecrins-Nationalpark birgt eine reiche Tier- und Pflanzenwelt (Steinböcke, Gämsen, Murmeltiere, Blumen). Im Nationalpark Queyras findet man Seen, Wasserfälle und Bergdörfer, darunter das malerische Saint-Veran, das höchstgelegene Dorf Europas.

Die Pyrenäen ziehen sich von der baskischen Küste bis zur Cote Vermeille. Sehr beliebt sind ihre hervorragenden Wandergebiete (Ariege,Cerdagne, Gavarnie, katalanische Pyrenäen), Skigebiete (Font-Romeu, La Mongie), und Thermalbäder (Bagneres-de-Bigorre, Luchon, Axles-Thermes) sowie die Massabielle-Grotte, die Lourdes zu einer der weltweit bedeutendsten katholischen Pilgerstätten machte.

Das „alte“ Zentralmassiv bietet im Sommer vielfältige Wandermöglichkeiten, etwa in den Vulkanlandschaften der Auvergne und im Velay, den Cevennen oder den Schluchten der Ardeche und des Tarn. Romantische Gegenden (Morvan,Beaujolais,Charolais),bezeichnende Dörfer (Rocamadour), die Schlucht von Padirac und Naturattraktionen (die Karsthöhle Aven-Armand) laden zum Verweilen ein.

Reizvolle Alternativen sind das Jura und die Vogesen, die beide mit Ruhe und Abgeschiedenheit aufwarten.

 

 

Paris

 

Die Anziehungskraft von Paris ist ungebrochen magisch.

Wohl kaum eine andere Stadt ist häufiger in Liedern besungen worden, diente öfter als Kulisse für Filme, Romane oder Theaterstücke als Paris – Paris, die Lichterstadt Paris, die Stadt der Liebe.

Die französische Hauptstadt verzaubert ihre Besucher, und oft ist es Liebe auf den ersten Blick. Ob das beim Cafe creme oder beim Pastis in einem Straßencafe im quirligen Quartier Latin geschieht, beim überwältigenden Panoramablick vom Vorplatz von Sacré-Coeur, bei einer romantischen Schifffahrt im Lichterglanz auf der Seine, bei einem entspannten Bummel im Jardin du Luxembourg oder gar vor einem der bedeutenden Kunstwerke in den Museen – das hängt wohl von den Vorlieben des Besuchers ab. Doch fest steht, dass sich kaum einer dem
Charme der Metropole entziehen kann. Von der Keimzelle der Siedlung auf der Ile de la Cité aus hat sich ein riesiges Stadtgebilde entwickelt, dessen einzelne Viertel sich aber noch immer in Spaziergängen gut zu Fuß erkunden lassen. Und wenn die Füße vom vielen Laufen müde sind, gibt es die Metro, von der es heißt, dass kein Punkt in Paris weiter als 500 Meter von einer ihrer Stationen entfernt liegt.

Könige und Präsidenten, Künstler und Stadtplaner haben im Lauf der Jahrhunderte ihre Spuren in der Stadt hinterlassen. Ob die römischen Thermen im Musee de Cluny, die Kathedrale Notre-Dame, der Louvre, der Eiffelturm oder die Grande Arche in La Defense, alle beweisen, dass Paris schon immer war, was es auch heute noch ist: eine Weltstadt und eine Heimat der Künste und Künstler, reich an Tradition und avantgardistisch zugleich, von monumentaler Größe und bestechend charmant.

 

 

 

Kulturdenkmäler

 

Alle großen Epochen (Römisches Reich, Romanik, Gotik, Renaissance, Klassizismus) haben in den Städten und Dörfern ihre architektonischen Spuren hinterlassen.

Im Süden dominiert das alte Rom (Pont du Gard, antikes Theater von Orange, das „Maison Carree“ und der Dianatempel in Nimes, die Arenen und das antike Theater von Arles). Das christliche Kulturerbe manifestiert sich in den Kathedralen von Albi,Amiens, Bourges, Chartres, Reims, Rouen und Straßburg, ebenso in unzähligen romanischen und gotischen Kirchen und verschiedenen Abteien (Cluny, Citeaux und Fontenay in der Bourgogne, Saint-Michel-de-Cuxa im Roussillon, Senanque in der Provence). Die Magdalenenbasilika in Vezelay, ein subtiler Mix aus Romanik und Gotik, ist Teil des Jakobsweges.

Die meistbesuchten Sehenswürdigkeiten im Land jedoch sind die Schlösser, allen voran Versailles (Ludwig XIV), das allein fünf Millionen Besucher im Jahr zählt, und Fontainebleau (Franz L). Unter den im 15. und 16. Jahrhundert errichteten Loire-Schlössern sind die berühmtesten wohl Amboise, Azay-le-Rideau, Blois, Chambord und Chenonceau. Die Bauwerke, die ihnen vorausgingen, sind ebenso charakteristisch, wie etwa die Schlösser der Auvergne oder die bekannteren Katharerburgen im Languedoc.

Die Pracht des Schlosses Chambord ist mess- und zählbar: 156 Meter Fassade, 426 Räume, 282 Kamine.

Die Felseninsel Mont-Saint-Michel, Unesco-Weltkulturerbe, ist Naturschönheit und Kulturgut zugleich.

 

 

Küsten

 

Die Küsten am Ärmelkanal sind entweder flach oder haben schroffe Felsen (Cap Gris-Nez, Felsen von Etretat). An den Stränden der Westküste des Departements Calvados landeten im Juni 1944 die Amerikaner. Unter den vielen Seebädern sind Le Touquet-Paris-Plage und Deauville besonders bei den Parisern behebt.

Die Küsten der Bretagne präsentieren sich im Norden und Westen windgepeitscht und zerklüftet, im Süden dagegen sanft und von Inseln gesäumt (Groix, Belle-Ile). Dinard, Saint-Malo, Benodet und Camaret locken Ruhesuchende, Romantiker und Anhänger der Thalassotherapie.

An der Atlantikküste entlang gen Süden erreicht man die Vendee (Les Sables-d’Olonne, La Baule) sowie die Ile de Re und die Ile d’Oleron.

Es folgen die wilde Küste Royans und die Cote d’Argent, die am Bassin d’Arcachon endet. Die Cote Landaise ist für Surfer ideal, und an der baskischen Küste gilt Biarritz als Liebling der Strandgänger.

 

 

Cote d’Azur

 

Die Cote d’Azur nimmt die Mittelmeerküste von Menton bis Saint-Tropez ein. Hier tummelt sich seit jeher die High Society. Ein wenig bescheidener gibt sich der Küstenabschnitt bei Herault (La Grande-Motte, Le Cap d’Agde) und Aude (Gruissan, Leucate) bis nach Roussillon (Argeles-sur-Mer, Canet-Plage).

Zwischen Frejus und Hyeres drängen dichte Kiefern-, Eichen- und Kastanienwälder gegen die Küste, die Hügel brechen steil zum Meer ab und lassen an der Corniche des Maures keinen Platz für größere Siedlungen. Umso reizvoller ist hier die Küstenstraße, windet sie sich doch meist auf halber Höhe die Hügel entlang und bietet immer wieder aufs Neue faszinierende Ausblicke auf das Meer. In die Buchten schmiegen sich kleine ehemalige Fischerdörfer, die noch wenig von ihrem ursprünglichen Reiz verloren haben.

In Saint-Tropez heißt es: sehen und gesehen werden. Bekannt wurde der Ort erst durch den Film »Und ewig lockt das Weib«, den der Regisseur Roger Vadim im Jahr 1956 mit seiner damaligen Frau Brigitte Bardot hier drehte. Das Image vom ausschweifenden Leben lockte die Jugend der Welt und schließlich den Massentourismus in das einstmals so verschlafen wirkende Fischerdorf Saint-Tropez.

Nizza, die heimliche Hauptstadt der Cote d’Azur und wirkliche Hauptstadt des Departements Alpes-Maritimes, liegt herrlich an der von den Ausläufern der Seealpen umgebenen Engelsbucht (Baie des Anges) und ist ein Ort der Gegensätze: Während die Prachtboulevards die Erinnerungen an die Belle Epoque wach zu halten versuchen, geht es in Teilen der Altstadt noch zu wie in einem italienischen Dorf. Im 5. Jahrhundert v, Chr. gründeten die Griechen hier Nikaia, die »siegreiche Stadt«, die Römer bevorzugten die oberhalb liegenden Hügel für ihre Siedlung Cemenelum, das heutige Cimiez.

Der zentrale Platz der Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen und italienisch anmutenden Häusern ist der Cours Saleya mit einem schönen Blumen- und Gemüsemarkt. Vom Schlossberg bietet sich ein ganz besonders schöner Blick über die Altstadt und das Meer.

Cannes ist die Stadt der Festivals: Der Mai ist fest für das Filmfestival reserviert, auf dem die Goldene Palme für den besten Film vergeben wird.

 

 

 

Korsika

Korsika ist das ideale Ziel für einen kombinierten Wander- und Badeurlaub. Schnell gelangt man vom schroffen Bergland (Wald von Vizzavona, Bavella-Pass) und dem bekannten
Fernwanderweg GR 20 zu den zerklüfteten Küsten. Abseits der Touristenziele bietet sich das Hinterland der Insel (Wüste Agriate, Calanche von Plana) für Ausflüge an.

Der legendäre Strand von Porto Vecchio La Palombaggia ist einer der schönsten auf Korsika.

Weißer Kalkstein bei Bonifacio, rote Granitfelsen in der Calanche und die grüne Wildnis der Castagniccia: Nicht umsonst wurde Korsika, die viertgrößte Mittelmeerinsel, einst von den Griechen »Kailiste«, »die Schöne«, genannt. Vielleicht liegt es am azurblauen Meer und den kleinen vorgelagerten Inseln, vielleicht am Hochgebirge – immerhin sind hier 50 Berge über 2000 Meter hoch. Die Insel hat deshalb nicht nur weite Strände und kleine Badebuchten in überwältigender Landschaft zu bieten, sondern auch Gebirge und grüne Wälder, eine Landschaft, die sich trotz der Allgegenwart der Zivilisation ein Stück Unberührtheit bewahrte.

Keine Mittelmeerinsel ist so grün wie Korsika. Das würzige Aroma von Steineichen, Eukalyptus, Schwarzkiefern und Lavendel liegt hier in der Luft. Doch das Schönste ist die über 1000 Kilometer lange Küste – mal mit weißen Zuckersandstränden, mal mit blauen Fjorden, dazwischen steile Klippen und Felsen.

 

 

 

 

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