Kleines Edelstein-Lexikon

 

Farbedelsteine begeistern uns mit ihrer Strahlkraft und ihrer Farbenpracht. Wir haben eine kleine Übersicht über die schönsten Edelsteine für Euch:

 

Amethyst

Das griechische Wort αμεθυστος gab diesem Edelstein seinen Namen. Übersetzt würde es „dem Rausch entgegenwirkend“ heißen, was daher rührt, dass dieser Stein in dem Glauben eingesetzt wurde – und in homöopathischen Kreisen auch immer noch wird – Trunkenheit oder Rauschzustände, speziell durch Wein, zu bekämpfen. Dieser Glaube stammt vermutlich von der Farbe, die Wein annimmt, sobald man ihn mit Wasser verdünnt.

 

Farbe: Die Farbe von Amethysten reicht von blassem Rosa bis hin zu dunklem violett, gerade das Violett ist charakteristisch für ihn und verleiht ihm zusammen mit seiner kristallinen Naturform ein leicht wiederzuerkennendes Äußeres und macht ihn zu einem wunderschönen Schmuckstein.

 

Zuordnung und Fundorte: Der Amethyst gehört zu den Quarzen, zu denen beispielsweise auch Bergkristall gehört. Das violette Mineral findet sich an vielen Orten auf der Welt, allerdings gibt es nur wenige Vorkommen, die zur Schmuckherstellung taugen, so beispielsweise in Brasilien, Uruguay, Mexiko, Madagaskar und Australien.

Bedeutung: Der Stein ist Bestandteil des römisch-katholischen Bischofrings. Im christlichen Kontext steht das Violett für den Advent und die Fastenzeit, aber auch für Buße und Umkehr. In esoterischen Kreisen wird ihm Heilung und Schutz vor Süchten und Aufrechterhaltung von Konzentration und Inspiration nachgesagt.

 

 

 

Aquamarin

 

„Aqua marina“ – das Meerwasser, zu Latein. Und wie ein festes Stück Meerwasser sieht auch der Aquamarin aus.

Farbe: Wie der Name sagt, ist der Aquamarin meist in transparenten, hellen Blautönen oder auch in Türkis zu finden. Da ein tiefes Hellblau, welches die wohl schönste Färbung des Steins ist, nur selten zu finden ist wird die Färbung des Steins oft nachträglich durch Wärmebehandlungen verstärkt. Allerdings kann ein nachträglicher, ungesteuerter Wärmeeinfluss die Farbe auch blasser werden lassen.

Zuordnung – Fundorte: Der Aquamarin gehört zu den Beryllen, einer sich sechseckig ausbildenden Mineralsorte. Gefunden wird er besonders in Granitformationen und Flusssedimenten, besonders in den Süd- und Nordwestafrika, Brasilien, Zentralasien (besonders Afghanistan und Pakistan) und in Teilen Südostasiens. Aufsehen erregte ein 1910 gefundenes und über 100 kg schweres Exemplar.

Bedeutung: Der Aquamarin ist ein beliebter Hochzeitsstein, da er seine Trägerin glücklich und wohlhabend machen soll. Das Hellblau weckt nach traditioneller Auslegung außerdem Sympathien für den Träger und fördert die Freundschaft.

 

Citrin

Wer bei dem Namen „Citrin“ an eine Zitrone denkt, der liegt gar nicht so falsch, der Name hat seine Herkunft nämlich tatsächlich aus dem lateinischen „citrus“, für Zitrone. Ein anderer, geläufiger Name ist „Goldtopas“, womit man allerdings Gefahr läuft, den Citrin mit dem echten Topas gleichzusetzen, der um einiges häufiger vorkommt.

Farbe: Wie der Name bereits nahelegt, ist eine blass- bis hellgelbe Farbe für den Citrin charakteristisch. Es gibt aber auch Steine mit orangenen oder sogar bräunlich-orangenen Farbeinschlägen, die beinah schon an Bernstein erinnern können.

Zuordnung und Fundorte: Vorkommen von echten Goldtopasen sind nicht besonders häufig, finden sich in Europa in Frankreich und Spanien, außerhalb Europas in den USA, Brasilien, Argentinien Birma und Russland. Da der Citrin als Quarz mit dem Amethysten verwandt ist, finden sich auch immer wieder Citrine in Amethystvorkommen.

Bedeutung: Aufgrund seiner Seltenheit werden die meisten im Handel erhältlichen Citrine aus anderen Quarzen, beispielsweise Amethysten hergestellt. Citrine sollen kühlend und blutstillend wirken. Der Citrin hat eine Schutzfunktion inne, in welcher er den Träger vor Zorn, Traurigkeit und Furcht, wenn nicht sogar vor unerwartetem Tod schützt. Auch soll er unfruchtbare Frauen fruchtbar machen. –

 

Opal

Eine schillernde Gestalt unter den Steinen ist der Opal. Die noch nicht ganz geklärte Namensherkunft wird meistens im Sanskritwort „upala“ für „edler Stein“ gesucht.

Farbe: Über den Opal wusste der römische Historiker Plinius der Ältere zu sagen: „Ihm ist ein Feuer zu eigen, feiner des im Carbunculus, er besitzt den purpurnen Funken des Amethystes und das Seegrün des Smaragdes und eine überhaupt unglaubliche Mischung des Lichts.“ In der Tat ist dem Opal ein einzigartiges Schillern ein Charakteristikum, das seine oft dunkle Färbung, die sich von schwarz bis blau erstreckt, durchzieht. Es sind aber auch Vorkommen mit hellen Farbtönen oder sogar mit weißer Färbung bekannt.

Zuordnung und Fundorte: Ein interessanter Aspekt des Steines ist, dass er bis zu 20% aus Wasser bestehen kann. Hauptfundorte sind Australien und Brasilien.

Bedeutung: Der Opal wird und wurde seit jeher ausschließlich als Schmuckstein verwendet und begehrt. Seine einzigartige Farbenpracht repräsentiert die Gefühlswelt des Menschen: Schillernd, manchmal verschwommen und bei jedem neuen Blick anders. Verschiedene Opalsorten werden verschiedenen Sternzeichen als verstärkendes Element ihrer Eigenschaften empfohlen. Auch soll der Stein Trauer und Bedrückung verjagen und besonders Frauen helfen, die wahre Liebe zu finden.

 

Peridot

Dem Smaragd von der Farbe her sehr ähnlich, aber von ganz eigener Schönheit und Qualität ist der Peridot. Bereits im 2. JT. V. Chr. Auf einer Insel im roten Meer gefördert, eroberte er Europa in besonderem Maße durch die Kreuzzüge, allerdings war er auch schon bei den Römern bekannt und begehrt, die ihn „Smaragd des Abends“ nannten.

Farbe: Ähnlich wie der Smaragd ist der Peridot von einem kräftigen Grün, dessen Ausprägung allerdings stark variiert und eher zu helleren tönen neigt, grün ist er aber immer.

Zuordnung und Fundorte: Der Peridot ist eigentlich eine besonders reine Form der Olivingruppe, einer Mineralgruppe, die den Hauptbestandteil des oberen Erdmantels ausmachen und daher sehr häufig zu finden sind, nicht aber ihre reinste Form, der Peridot. Dieser findet sich hauptsächlich in Pakistan, Afghanistan, Australien, Birma, Brasilien und Norwegen.

 

Rubin

„König der Edelsteine“ nennt ihn das Sanskrit – „ratnaraj“. Und in der Tat ist er ein fürstlicher, ja königlicher Stein. Er genießt eine hohe Popularität auf der ganzen Welt und ist einer der wertvollsten Steine überhaupt. Der Name Rubin selbst kommt aus dem Mittellateinischen, vom Wort „rubinus“ für „rot“.

Farbe: Der Rubin ist in allen Rotvariationen zu finden und beeindruckt besonders durch seine intensiven, kräftigen Farbausprägungen.

Zuordnung und Fundorte: Als Rubine werden die roten – und nur die roten – Varietäten des Minerals Korund bezeichnet. Rosafarbene und blaue Ausprägungen werden als Saphire bezeichnet. Seit der Bronzezeit sind Rubine in Südostasien bekannt und geschätzt, speziell in Indien. Bekannt waren die Rubine auch im Mittelmeerraum. Heute findet man Rubine besonders in Burma und anderen Ländern Südostasiens, außerdem in Australien, Brasilien und Afghanistan.

Bedeutung: Der Rubin ist ausschließlich ein Schmuckstein und war seit jeher ein Zeichen von Königtum und Fürstlichkeit, aber auch der Inbegriff leidenschaftlicher und brennender Liebe. Er konkurriert mit Smaragden und Diamanten um den Platz der wertvollsten Steine und ist darüber hinaus das zweithärteste Mineral der Welt.

 

Saphir

Der Saphir ist der Bruder des Rubins. Auch er ist eine Varietät des Minerals Korund in vielen verschiedenen Farbausprägungen, außer Rot. Er ist einer der bekanntesten Edelsteine der Welt.

Farbe: Der Saphir taucht in vielen Farben auf. Gelbe, orangene, weiße und violette Saphire sind bekannt. Am begehrtesten sind aber die stereotypen, königsblauen Saphire.

Zuordnung und Fundorte: Wie der Rubin wird auch der Saphir als Teil des Korundminerals in Burma und Südostasien gefördert, aber auch in Brasilien und Australien, in den USA und Nigeria.

Bedeutung: Das mit dem Saphir assoziierte, tiefe Blau steht für Treue, Freundschaft und Sympathie. Damit symbolisiert er Gefühle von Dauer, die nicht vom Feuer kurzer Liebleien oder Leidenschaften geprägt sind sondern sich auf Geduld, gegenseitiges Vertrauen und Verständnis speisen. Das Blau vermittelt Ruhe und Gelassenheit, steht auch für Frieden und die Sehnsucht, die ein jeder Mensch fühlt, auch wenn er sein Liebesglück schon gefunden hat. Haarrisse und kleine Kanäle in den Steinen können besondere Glanzeffekte hervorrufen, so zum Beispiel einen sechszackigen Stern. Der größte dieser „Sternsaphire“ wurde 1966 in Burma gefunden und wog 12,6 kg.

 

Smaragd

Der Smaragd und dessen charakteristische grüne Farbe wird jedem ein Begriff sein. Er ist einer der wertvollsten Edelsteine der Welt. „σμάραγδος“ – „smaragdos“ ist der griechische Name dieses Steins, allerdings gibt es auch gute Gründe, die Namensherkunft im semitischen Sprachraum, im Hebräischen oder Akkadischen zu suchen.

Farbe: Smaragde sind für gewöhnlich tiefgrün und von auserlesener Schönheit.

Zuordnung und Fundorte: Der Smaragd ist bildet die Krönung der Beryllgruppe, der Mineralgruppe, der auch der Aquamarin angehört. In den Bergen Kolumbiens und dem Uralgebirge, in Brasilien und – in kleineren Mengen – in Österreich und Norwegen ist der Edelstein zu finden.

Bedeutung: Als Schmuckstein steht der Smaragd mit seinem einzigartigen Grün für das Leben, die Hoffnung und den Frühling, der niemals stirbt. Sowie die Natur ewigen Bestand hat, so soll dieses Grün den ewigen Bestand von Hoffnung, Schönheit und Liebe verkörpern. Auch der Zyklus des immer wiederkehrenden Seins, des Sterbens aus dem doch wieder Leben hervorgeht werden in ihm ausgedrückt. 

 

Granat

Bis die Zugehörigkeit von Saphir und Rubin zum Mineral Korund geklärt war, konnte man Rubine und Granate nur schwer voneinander unterscheiden. Granate und Rubine waren bis dahin einfach als „Karfunkelsteine“ bekannt.

Farbe: Für gewöhnlich ist der Granat rot, er kann aber auch in vielen anderen Farben auftreten, nur nicht in blau. Die Steine mit anderer Färbung tragen gelegentlich auch eigene Namen.

Zuordnung und Fundorte: Granate sind Teil einer Mineralgruppe aus der Klasse der Silikate und besitzen magnetische Eigenschaften. Heute kommen die meisten Granate aus Sri Lanka, den USA und Südafrika.

 

Topas

Die etymologische Herkunft des Namens ist nicht ganz geklärt. Der Stein wird oft mit dem Citrin gleichgesetzt, der aber einer anderen Mineralklasse angehört.

Farbe: Die Färbung ist typischerweise gelb, allerdings kann sie auch rot, rosa blau und grünlich sein. Auch farblose Topase sind keine Seltenheit. Besonders wertvoll gelten Topase in kräftigem Blau.

Fundorte: Wichtige Länder für die Topasförderung sind Australien, Brasilien und die russischen Gegenden um das Uralgebirge. Bedeutung Dem Topas werden ähnliche Eigenschaften wie dem Citrin nachgesagt, auch soll er appetitanregend wirken. Ein sehr bekannter, farbloser Topas, der „Braganza-Diamant“, wurde im Irrglauben, man habe einen Diamanten gefunden in die Krone des portugiesischen Königs eingesetzt, nachdem er in der portugiesischen Kolonie in Brasilien gefunden wurde.

 

 

 

 

 

 


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