Krawatten EINMALEINS

 

In ihrem Buch „188 Facons de nouer sa cravatte“ stellen Davide Mosconi und Ricardo Villarosa vor, wie auf 188 verschiedene Weisen ein Krawattenknoten gebunden werden kann.

Zu einem perfekt gekleideten Herrn gehört eben auch eine perfekt sitzende Krawatte. Es ist nicht nötig, alle Methoden des Krawattebindens zu beherrschen, aber jeder Mann sollte wenigstens einige Variationsmöglichkeiten kennen.

Für die Hochzeit stellt sich natürlich die Frage, welchen Krawattenknoten der Bräutigam wählen sollte. Nun, das ist einzig eine Frage des Geschmacks und jede Art von Knoten, Look, Design und Motiv ist erlaubt. Die Krawatte sollte allerdings mit dem Typ des Bräutigams, dessen Anzug, den Farben und dem Stil der Weste harmonieren.

 

Fotos: Archetipo

 

 

Welche Krawattenknoten gibt es?

Der einfache Krawattenknoten wird auch „four in hand“ genannt, seine Variation ist der „Prince Albert“-Knoten, ein Doppelknoten. Empfehlenswert ist auch das Erlernen des einfachen und des doppelten Windsorknotens. Es gibt also vier Knoten, die als die wichtigsten betrachtet werden. Jedem Mann, der Wert auf ein gepflegtes Auftreten legt, ist also zu empfehlen, wenigstens diese vier Arten des Knotenbindens zu erlernen.

Und woran wird der gute Sitz einer Krawatte erkannt? Eine richtig und gut sitzende Krawatte reicht mit dem breiteren Ende bis einige Zentimeter oberhalb des Hosengürtels. Das schmalere Ende ist dabei ungefähr zwei Zentimeter kürzer gebunden. Eine Krawatte gilt aber erst dann als gut gebunden, wenn sie auf die Höhe und Breite der Kragenform des Hemdes abgestimmt ist. Von ihr hängt die Größe ab, in der der Knoten gebunden sein muss. Denn der Knoten füllt ja den Bereich zwischen den Kragenspitzen des Hemdes. Wichtig für die Wahl des Krawattenknotens ist jedoch auch, welcher Mann den Knoten trägt. Seine Größe entscheidet mit über die Größe und Form des Knotens. Es sollte also berücksichtigt werden, dass vieles im richtigen Verhältnis zu einander stehen muss, um ein optimales Gesamtbild zu ergeben.

 

 

Vorgeknotete Designs – Jabot

Jabot – die richtige Lösung für den, der seine Krawatte nicht selber binden möchte Bei einem Jabot handelt es sich um eine Krawatte, die bereits gebunden ist und mit einem Band bzw. Gummizug im Nacken zusammen gehakt wird. Jabots gibt es in allen gewünschten Designs, Stoffqualitäten und vielen Knotenvarianten.

 

Das Binden der vier Knoten-Grundvariationen:

 

Der Klassiker – Der einfache Knoten oder Four-in-Hand

Dieser Knoten ist der am einfachsten zu bindende Knoten und wird daher am häufigsten als Krawattenknoten benutzt. Die meisten Krawattenarten lassen sich leicht auf diese Weise binden und er harmoniert mit nahezu allen Hemdkragen. Je nach Krawattenmaterial ergibt dieser Knoten bei einem leichten Stoff einen schmalen, bei einem stärkeren Material einen breiteren Knoten. Er passt gut zu mittelgroßen und großen Männern. Männer mit kurzem Oberkörper sollten aus optischen Gründen einen doppelten Knoten wählen. Um den Knoten zu binden wird der Kragen des Hemdes aufgestellt und der oberste Knopf muss geschlossen sein. Die Krawatte wird mit dem schmaleren Ende auf die linke, mit dem breiteren Ende auf die rechte Seite um den Hals gelegt. Bei mittelgroßen Männern ist dabei das schmale Ende ungefähr auf der Höhe der Taille, bei größeren Männern etwas höher.

1) Direkt unter dem Kragen wird das breite Ende über das schmale Ende gelegt,

2) dann das breite Ende hinter das schmale Ende führen und

3) um das schmale Ende wieder nach vorne bringen.

4) Im nächsten Schritt das breite Ende zum Kinn an heben, dabei einen Finger in die eben entstandene Schlinge, das breite Ende von oben durch die Schlinge führen, dabei den Finger wieder zurück ziehen.

5) Jetzt muss das schmale Ende fest gehalten werden, während leicht am breiten Ende gezogen wird, um die Schlinge fest zu ziehen. Der Knoten ist fertig und kann in die richtige Position über dem obersten Hemdknopf geschoben werden. Das schmale Ende darf nicht zu sehen sein und das breite Ende reicht bis zum Gürtel hinunter.

 

 

 

„Prince Albert“ oder Doppelter Knoten

Der einzige Unterschied zum einfachen Knoten besteht darin, dass dieser Knoten mit einem Überschlag mehr gebunden wird. Dabei wird das breitere Ende noch ein zweites Mal über das schmale Ende gebunden. Dieser Knoten ist ebenfalls gut geeignet für die meisten Krawattenarten und auch für viele Hemden. Allerdings eignet er sich nicht gut für Krawatten aus sehr dicken Materialien. Dieser Knoten eignet sich besonders gut für kleinere Männer, die häufig Probleme mit der normalen Krawattenlänge haben. Bei ihnen hängt das breite Ende ihrer Krawatte oft zu weit über die Gürtelschnalle, was nicht stilvoll wirkt. Die doppelte Wicklung des „Prince Albert“ Knotens ist daher für sie optimal. Dieser Knoten ist auch bestens geeignet für Herren, die es bevorzugen, einen großen und eher länglichen Knoten zu tragen. Diese Knotenart ist bei Italienern besonders beliebt. Vor dem eigentlichen Binden des Knotens wird auch bei diesem Knoten zunächst das Hemd ganz zugeknöpft und der Kragen aufgestellt. Wird die Krawatte dann um den Hals gelegt, ist darauf zu achten, dass das breite Ende weit über den Gürtel hängt.

1) Direkt unter dem Kragen wird das breite Ende über das schmale Ende gelegt.

2) Dann das breite Ende hinter das schmale Ende führen und

3) um das schmale Ende wieder nach vorne bringen

4) die Schritte 2) und 3) werden noch einmal wiederholt

5) Auch jetzt wieder das breite Ende zum Kinn hin anheben und einen Finger in die eben entstandenen zwei Schlingen führen, durch die das breite Ende von oben hindurch geführt wird, dabei den Finger wieder zurück ziehen.

6) Jetzt muss das schmale Ende fest gehalten werden, während leicht am breiten Ende gezogen wird, um die Schlinge fest zu ziehen. Für die richtige Positionierung des Knotens gilt das Gleiche, wie beim einfachen Knoten: Der Knoten muss über den obersten Hemdknopf geschoben werden, das schmale Ende muss vom breiten Ende bedeckt sein und dieses muss etwas oberhalb der Gürtelschnalle enden.

 

 

 

 

Der einfach Windsor-Knoten

Dieser Knoten eignet sich hervorragend für Kragenecken, die dicht neben einander liegen oder für Button-down Kragen. Die Form dieses Knotens ist eher bauchig und kegelförmig und ist leichter zu binden, als der doppelte Windsor-Knoten. Er wirkt auch weniger voluminös. Die Vorbereitung für diesen Knoten ist die Gleiche, wie für den „Prince Albert“ Knoten, allerdings sollten mittelgroße Männer darauf achten, dass das schmale Ende der Krawatte oberhalb des Gürtels liegt.

1) Das breite Ende wird über das schmale gelegt, wobei die Enden so festgehalten werden, dass es möglich ist, seitlich eine Schlaufe zu bilden, durch die das breite Ende der Krawatte unter der Krawatte hochgezogen und nach vorne umgeschlagen wird.

2) Das breite Ende wird nun horizontal erst hinter das schmale Ende und im nächsten Schritt vor das schmale Ende geführt.

3) Nun das breite Ende hinter der Krawatte von oben in die so entstandene Schlinge führen.

4) Indem das schmale Ende fest gehalten wird, während vorsichtig am breiten Ende gezogen wird, kann der Windsor-Knoten geformt und in die richtige Position geschoben werden.

Auch hier gilt: das schmale Ende der Krawatte wird vom breiten Ende überdeckt und die Krawatte endet etwa auf Gürtelhöhe.

 

 

 

Der Doppelte Windsor-Knoten

Dieser typisch englische Knoten, benannt nach dem Herzog von Windsor, der ihn bevorzugt getragen hat, ist ein Knoten, der sich für besondere Anlässe hervorragend eignet. Die Hemdkragen, zu denen er bestens passt, sind der Haifisch- und der Kentkragen. Auf Grund seiner beachtlichen Größe harmoniert er durch seine dreieckige Form mit diesen breiten Kragen besonders gut. Allerdings ist er leider etwas kompliziert und das Binden erfordert einige Übung. Bei diesem Knoten muss das breite Ende der Krawatte, nachdem sie um den Hals gelegt worden ist, deutlich länger sein, als das schmale Ende.

1) Auch hier wird das breite Ende so über das schmale Ende gelegt und festgehalten, dass die Enden seitlich eine Schlaufe bilden, durch die das breite Ende der Krawatte unter der Krawatte hochgezogen und nach vorne umgeschlagen wird.

2) Nun wird das breite Ende wieder auf die andere Seite über das schmale Ende geführt, wodurch sich eine zweite Schlaufe gebildet und nach hinten umgeschlagen. c) Das breite Ende muss nun horizontal über das schmale Ende gelegt werden.

3) Das breite Ende wird, nachdem zunächst glatt gestrichen und nach oben geführt wurde, in die zuvor entstandene Schlaufe geführt.

4) Die Krawatte mit dem schmalen Ende halten und am breiten Ende vorsichtig ziehen, um dann den Knoten endgültig über dem obersten Hemdknopf zu positionieren.

 

 

 

Die letzten Griffe – der Final Touch

Der Krawattenexperte erkennt den Könner daran, dass über dem Kragenknopf das breite Ende mit einer Delle versehen wird. Diese Delle wird in Fachkreisen „dimple“ (Grübchen) genannt. Dadurch erhält der Knoten eine lässige Eleganz und die Krawattenseide wirkt üppiger.

Bedrucke Seidenkrawatten eignen sich dafür nicht so gut, am besten eignen sich Jacquard-Stoffe. In jedem Fall ist es aber persönliche Geschmacksache, ob das schmale Ende durch die Schlaufe des Etiketts gezogen wird oder nicht. Südländische Art ist, beide Enden locker hängen zu lassen wie ein lässig geschlungenes Seidentuch. Für den konservativeren Herr versteht sich die englische Art als selbstverständlich: Das schmale Ende wird durch die Schlaufe gezogen. Grundsätzlich sollte aber beachtet werden, dass beide Enden entweder gleich lang sind oder das breitere Ende einige Zentimeter länger ist.

 

Krawattenzeichnungen: Dr. Ferdinand Pohl 

 

 

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