Spuren im Sand

 

Müssen Hochzeitskleider immer weiß sein? Diese majestätische Komposition aus einem kupfergoldenen Kleid von  Emily Riggs Bridal   – es ist aus dem feinsten Seidentüll Frankreichs geschneidert – und den urigen, großen Felsen verschlägt uns den Atem. Der Sand ist nass jedoch fest geworden; die Braut will barfuß laufen.

Sie wartet in einer Höhle im Herzen des Felsens. Von hier aus blickt sie auf die unruhigen Wellen. Im Haar trägt sie einen Kranz aus rosafarbenen Blüten, sie schaut auf das Moosgeflecht und die dichten Tannen, die sich auf dem Felsenvorsprung gebildet haben.

Da draußen wütet ein rauer Wind. Sie macht sich auf, ans Ufer, sie hält den Tüll fest, ihren Haaren lässt sie Freiraum. Warum etwas halten, was laufen will? Sie lässt den Blumenstrauß, der wunderschön von Selva Floral Design arrangiert wurde, auf dem Sand liegen. Eine Möwe, einige Meter über ihr, beobachtet die Farben, die in unsere schattige Welt ausgesendet werden.

Jetzt tanzt die Braut mit dem Schleier aus Tüll, sie fühlt sich frei und unbeschwert. Der Stoff des Kleides umschließt und verlässt sie im gleichen Moment.

Weit hinten zeigt sich ein Sonnenstrahl, vielleicht ist das Unwetter bald vorüber. Vielleicht beginnt es von Neuem. Die kleinen Blüten in ihrem Haarkranz liegen friedlich auf einem Stein, während die Braut in Richtung Wasser läuft. Sie hinterlässt einzelne Spuren im Sand.

Die Bildpoetin M. K. Sadler  macht einmal mehr mit ihrer kunstvollen Bilderwelt sprachlos.

Text: Laura Elisa Nunziante

 

 

PHOTOGRAPHY: M. K. Sadler 
DRESSES: Emily Riggs Bridal 
FLORAL DESIGN: Selva Floral Design 
MAKE-UP: Sokha Sok 
HAIR: Ambrosia Carey
MODEL: Skye Sarenana-Velten 

 

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